Mode im Wandel der Zeit
“Kleider machen Leute” – so lautet ein altes Sprichwort, in dem mit Blick auf die Menschheitsgeschichte viel Wahres steckt. Seitdem der Mensch sich kleidet, herrschen Unterschiede beim Kleidungsstil und bei der Wahl der Kleidung. Schon in früheren Zeiten bestimmte in erster Linie das Vermögen über die Kleidung und so gaben und geben Kleidungsstücke seit jeher auch Auskunft über den sozialen Status, die Gesellschaftsschicht und die persönlichen Vorlieben und Geschmäcker der Menschen. Während wohlhabenden Leuten Kleidung aus hochwertigen Materialien und edlen Stoffen vorbehalten waren, mussten sich weniger vermögende Leute mit Bekleidung aus einfacheren Materialien zufrieden geben. Modeerscheinungen nach unserem heutigen Verständnis gab es in dieser Zeit allerdings noch nicht.
Mode und Modeklassiker
Erst im 19. Jahrhundert konnten sich in Frankreich die ersten Modeschöpfer etablieren, die Kleidungsstücke nach ihrem individuellen Geschmack und den ganz eigenen Ideen entworfen haben. Als erster Modeschöpfer, der eine selbst entworfene Kollektion unter eigenem Name herausbringt, gilt der Brite Charles Frederick Worth. Er gilt als Urvater der Haute Couture und als Begründer der Designermode, die sich heute einer derart großen Beliebtheit erfreut und ein Teil des Lifestyles geworden ist.
Ab dem 20. Jahrhundert beginnt die Modewelt, sich immer rasanter zu entwickeln und immer neue Stile hervorzubringen. Maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung haben die Modeschöpfer und Designer, die mit ihren zum Teil eigenwilligen Kreation stets etwas Neues und Eigenständiges schaffen konnten. Durch die industrielle Revolution kann modische Kleidung massenhaft und preisgünstig hergestellt werden und wird dadurch auch für die breite Masse der Bevölkerung zugänglich. Das Phänomen Mode war damit also geboren. Im Laufe der Jahrzehnte sorgen immer wieder neue Modetrends für Furore und frischen Wind in der Modewelt. Einige Trends gingen nach wenigen Jahren wieder unter, einige andere Modeerscheinungen konnten sich aber dennoch über die Jahre und Jahrhunderte enthalten und so gilt zum Beispiel die Jeans auch heute noch als Klassiker schlechthin.
Von der Arbeitshose zum Modeklassiker: die Jeans
Sie darf in keinem Kleiderschrank fehlen und gilt heute unbestritten als Modeklassiker: die Jeans. Ursprünglich als Arbeitskleidung erfunden, konnte sich das Kleidungsstück nach und nach in der breiten Bevölkerung etablieren und entwickelte sich immer mehr zum populären Modeklassiker. Heute sind die Kulthosen wandelbarer denn je – vom elegant geschnittenen Designermodell über die angesagte Boyfriend Jeans bis hin zur punkig verwaschenen Röhre gibt es für jeden Geschmack das passende Jeans-Modell. Und damit ist vom Jeansstoff noch nicht genug, denn das Material ist derart beliebt wie kombinationsfreudig, so dass es auch in Röcken, Kleidern oder Blusen verarbeitet wird.
Erfunden wurde die Kulthose von Franke Löb Strauß, besser bekannt als Levi Strauß, der in den 1850er Jahren erstmals mit Indigo gefärbten Baumwollstoff zu einer robusten Arbeitshose verarbeiten lässt. Im Jahr 1873 lässt er sich die Hose aus dem blau gefärbten Denimstoff unter der Bezeichnung “Jeans” patentieren und startet damit seinen Siegeszug in die Welt hinaus. In den 40er Jahren gelangt die Jeans, die bis dato vor allem als Arbeitsbekleidung getragen wurde, nach Europa. Durch die Filme von Marlon Brando und James Dean wird die Jeans in den 1950er und 60er Jahren als Symbol der Rebellion und Unangepasstheit unter Jugendlichen populär – in der breiten Masse ist es zu dieser Zeit noch verpönt, Jeans als modisches Kleidungsstück zu tragen. Erst in den 1980er Jahren wird die Jeans gesellschaftsfähig und kann sich in allen Teilen der Gesellschaft gleichermaßen etablieren. Namenhafte Markenhersteller produzieren ihre beliebten Jeans-Modelle nun massenhaft und finden reißenden Absatz. Im Laufe der Jahrzehnte passt sich der Jeansstil den jeweiligen Modetrends an und wird von den angesagten Jugendkulturen wie der Punk-Bewegung oder Skater-Kultur geprägt.